Text: Gen 32,23-33
Liebe Gemeinde!
Wenn man einem anderen was kaputt gemacht hat, dann reicht oft eine Entschuldigung, ein Anruf bei der Versicherung, und schon wird der Schaden behoben. Selbst wenn man sich mit einem anderen geprügelt hat, dann kann man, wenn die erste Hitze abgeklungen ist, vielleicht doch noch einmal darüber reden und wieder zusammenkommen. Materieller Schaden ist ganz gut zu ersetzen, körperliche Wunden heilen oft, manchmal schneller als man denkt. Gestohlenes Geld, ein zerstochener Reifen – alles zu ersetzen. Aber missbrauchtes Vertrauen, die Enttäuschung darüber, dass gelogen und betrogen wurde, nicht von Fremden, sondern von einem Menschen, der mir ganz nahe stand? Ganz, ganz schwierig wird es, wieder zusammenzukommen, wenn Eltern merken, dass ihr Kind es wirklich ernsthaft bestohlen hat. Wenn ein Kind merkt, dass dem Vater die Drogen wichtiger sind als das eigene Kind. Wenn in der Ehe mehr Betrug war als ein flüchtiger Gedanke an einen anderen Mann oder eine andere Frau. Wenn der eine Bruder den anderen um sein Erbe betrügt. Vieles kann man ersetzen. Vertrauen nicht. Gebrochenes Vertrauen muss lange und mühsam wieder wachsen. Wenn das überhaupt gelingt. Manchmal bleibt nur noch Wüste zurück, da wächst nichts mehr.
Verständlich, dass Jakob, der Betrüger, Angst davor hatte, seinem Bruder wieder zu begegnen. Jahrzehnte sind vergangen, beide sind längst erwachsen und haben große Familien. Aber der Vertrauensbruch steht immer noch zwischen ihnen. Jakob hat seinem älteren Bruder das Erbe weggenommen. Den blinden Vater hat er belogen und betrogen. Vor langer Zeit. Aber die Zeit heilt eben nicht alle Wunden. Morgen wollen sie sich wieder begegnen. Das erste Mal seit dem Betrug. Sie wollen neu miteinander anfangen. Aber wird das verlorene Vertrauen als zartes Pflänzchen wieder wachsen können? Oder wird der Bruder seine Wut an ihm auslassen? Jakob spürt, dass er allein sein muss an diesem Abend, in dieser Nacht. Er schickt seine Familie weg und bleibt allein, um sich auf das schwierige Wiedersheen vorbereiten. Und dann geschieht etwas sehr Merkwürdiges. Davon erzählt die Bibel, das erste Buch Mose, so:
Genesis 32,23-33
Ganz merkwürdig, diese Geschichte. Wie viele wichtige Geschichten der Bibel spielt sie nachts.
In einer Nacht kommt Jesus zur Welt. Jesus und Nikodemus führen ein wichtiges Gespräch über den Glauben. Jesus wird in der Nacht verhaftet. Die Frauen machen sich noch bei Dun-kelheit zu seinem Grab auf. Die Nacht als Zeit der Ent-scheidung. Als Zeit, in der sich manches klärt. Auch Schwieriges. Mit unseren technischen Möglichkeiten hat die Nacht vielfach ihre Dunkelheit verloren. Aber wenn man nachts wachliegt, der Versuchung widersteht, ein-fach Licht anzuknipsen, zu lesen oder sich vor den Computer zu setzen, spürt man manchmal noch etwas von den Schrecken der Nacht. Da geht einem alles durch den Kopf, was man tagsüber gern verdrängt. Die Stille, die Dunkelheit zwingt zur Konzentration – und das ist nicht immer nur angenehm. Aber manchmal ist dann auch am Morgen der ein oder andere Knoten, und sei er auch nur im Denken gewesen, gelöst. Faszination und Schauer gehen von der Nacht aus. Und nachts ringt Jakob, der Betrüger, der Lügner, mit einem merkwürdigen Mann.
Wer er ist, wo er so plötzlich herkommt – das bleibt, im wahrsten Sinnen des Wortes, erst einmal im Dunkeln. Ist es Gott selbst? Ist es ein Bote Gottes, ein Engel? Auf alle Fälle fürchtet er das Licht: „Lass mich gehen, denn die Morgenröte bricht an!“ So fleht er Jakob an. Jakob ist offensichtlich ein guter Ringer, er kann ihn halten. Nachtwesen, die sich vor dem Tageslicht fürchten? Den jüngeren kommen vielleicht Vampire in den Sinn, aber doch nicht Gott! Auch wenn man die Geschichte nicht wörtlich verstehen muss, sondern sinnbildlich verstehen kann, bleibt sie merkwürdig. Das Fliehen vor dem Licht, das passt doch nicht zu etwas Göttlichem, egal ob Gott selbst oder ein Bote an seiner statt! Und doch ist es vielleicht ein Akt der Gnade Gottes, dass wir ihn nicht ganz sehen, dass er sich auch immer wieder ein Stück entzieht. Wenn Gott die Wahrheit ist und wir die ganze Wahrheit sehen müssten – würden wir sie ertragen? Ich glaube nicht. Es ist Gnade, dass uns manches verborgen bleibt. Wer den Film „Bruce Allmächtig“ kennt, der weiß, wovon ich rede. Einer der intelligentesten Filme über Religion, wie ich finde. Bruce darf wie Gott sein. Aber er verzweifelt daran, dass er jetzt nicht nur alles kann, sondern wirklich die ganze Wahrheit sehen kann. Er hält es nicht aus, auch alle schlimmen Seiten zu sehen. Ein Stück Dunkelheit als Gnade, „lass mich gehen in der Morgenröte“ – vielleicht kann das ja auch heißen: „Du wirst die ganze Wahrheit nicht aushalten, sei froh, dass du nicht alles sehen musst!“
Viel wichtiger als dieser Gesichtspunkt ist mir aber der, der sich aus dem weiteren Gespräch zwischen den bei-den Kämpfern ergibt. Ein seltsamer Dialog: Jakob antwortete: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. 28 Er sprach: Wie heißt du? Er antwortete: Jakob. 29 Er sprach: Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen. 30 Und Ja-kob fragte ihn und sprach: Sage doch, wie heißt du? Er aber sprach: Warum fragst du, wie ich heiße? Und er segnete ihn da-selbst. Was mir daran wichtig ist, ist die Hartnäckigkeit, mit der Jakob hier kämpft: Ich höre nicht auf, bis du mich segnest. Dem Vater musste er den Segne durch Be-trug abluchsen. Hier kämpft er um den Segen. Um den Segen von Gott selbst. Jakob bleibt Sieger. Nicht, weil er Gott niedergerungen hätte. So verstehe ich diese Stelle nicht. Sondern weil er sich Gott gestellt hat. Er hat mit Gott gerungen. Er hat nicht aufgegeben. Für mich ist das ein ganz wichtiger Baustein zu einem guten Glauben an Gott. Dass Menschen, wie Jakob, trotz aller Schuld, trotz aller Fehler, die sie, die wir begehen, eingeladen sind, mit Gott zu ringen. Das Gott mit sich ringen lässt. Er ist kein Gott, der sozusagen von oben herab ein für allemal Menschen einen Glauben überstülpt und Menschen mit dem Glauben überrumpelt. Und der Glauben an Gott ist kein fester Zustand, den ich mit mir herumtragen kann und der immer gleich groß ist. Um den Glauben, um den Segen, darf und muss ich vielleicht auch manchmal ringen. Glauben heißt durchaus, auch Zweifel haben zu können. Schuld zu sehen. Auch bei sich selbst. Angst zu haben. Stark im Glauben ist nicht der, der ohne Zweifel durchs Leben geht und immer ein unangefochtenes Lächeln auf den Lippen hat. Stark ist der, der sich seiner persönlichen Nacht, seinen Zweifeln, seinen Ängsten, seiner Schuld stellt. Der mit sich und mit Gott ringt. Um Segen, um Wahrheit, um Kraft für den Weg, der vor ihm liegt. Jakob bekommt nicht deshalb den Ehrennamen „Israel“, der mit Gott kämpft“, weil er ein so großer, strahlender Held ist, sondern weil er auch vor den dunklen Seiten nicht davon gelaufen ist, sich ihnen gestellt hat und sie dadurch besiegen konnte. Es gibt bis heute immer wieder Grund, mit Gott zu ringen. Die Erfahrung, dass ich versage, dass ich eben nicht so gut bin, wie ich sein könnte, dass ich andere und mich selbst enttäusche. Die Erfahrung, dass ich nicht so einfach beten kann: „Dein Wille geschehe“, wenn junge Menschen nach einem ohnehin schon schweren leben an schwerer Krankheit sterben, dass Sucht, Drogen, Alkohol Familien zerstört und Vertrauen kaputt macht. Vielleicht fällt ja jedem auch aus dem eigenen Leben etwas ein, wo er, wo sie mit Gott ringt. Das Entscheidende ist nicht, ohne Zweifel durchs Leben zu gehen und sich in ein besseres Leben zu träumen, sondern sich dem Leben zu stellen und den Kampf auszuhalten. So, wie Jakob hier in der Geschichte aus der Bibel. Er ist es, der gesegnet wird. Er könnte ja auch sagen: Hat ja keinen zweck, die Welt ist zu schlecht, ich bin zu schlecht, das Leben ist zu hart. Aber das tut er nicht. Er ringt bis zum Schluss – und wird gesegnet. Das Ringen lässt ihn nicht unbeschädigt. Er hinkt. Aber er lebt, ist gestärkt und kann sich der schwierigen Begegnung mit dem Bruder stellen. Was folgt, ist auch danach keine Geschichte von Superhelden, sondern von Menschen, die auch neidisch sind, die Vertrauen enttäu-schen, die aber immer wieder auch mit sich und Gott ringen und einen Neuanfang finden. Es lohnt sich, gera-de die letzten 20 Kapitel im ersten Buch Mose zu lesen. Da wird deutlich, dass Glauben und Vertrauen immer wieder gesucht und gefunden werden wollen. Nicht als Besitz, sondern als Geschenk. manchmal mit Schmerzen verbunden. Aber immer voller Leben und voller Verhei-ßung. Materielle Werte kann man kaufen und ersetzen, Glauben und Vertrauen müssen wachsen. Gebe Gott, dass wir bereit sind, um das Wachstum zu ringen. Und ihn und uns und die Menschen, die um unser Vertrauen ringen oder um deren Vertrauen wir ringen, nicht aufge-ben.
Amen.
Ahad, 16 Oktober 2011
Ahad, 2 Oktober 2011
So perfekt - Erntedankfest 2011, Predigt und Anspiel von und mit Konfis, Reihe III
Natürlich ist auch hier die Überschrift geklaut - aber am Ende komm das Lied wirklich vor und wurde im Gottesdienst gespielt.
Text: Jesaja 58,7-11
Milena: Der Predigttext zum Erntedankfest steht in diesem Jahr beim Propheten Jesaja. Ich lese den 7. Vers aus dem 58. Kapitel:
Ladet die Hungernden an euren Tisch, nehmt die Obdachlosen in euer Haus auf, gebt denen, die in Lumpen herumlaufen, etwas zum Anziehen und helft allen in eurem Volk, die Hilfe brauchen!
Praktisch gibt es so etwas nicht nur in großen Städten oder in fremden Ländern. Und das Ganze ist auch nicht nur etwas, was Erwachsene betrifft. Nur leider klappt das im Alltag nicht immer so, wie es in der Bibel steht. An drei Beispielen aus der Welt von Jugendlichen wollen wir Ihnen und euch das zeigen. Zwischen den kurzen Szenen gibt es Musik. „So perfekt“ heißt das Lied. In dem Lied geht es auch darum, dass manche gemobbt werden oder nicht alles können, dass man sich aber nicht irre machen lassen soll und dass man das, was man tut, richtig machen soll, denn nur dann kann die Welt perfekter werden:
1. Szene: 2 Mädels (Alina, Vikki) schauen auf eine dritte (Christina), die gerade Bier trinkt, lästern –
Alina: Boah, schau dir die da drüben mal an, die ist schon wieder total dicht!
Vikki: Wie eklig! Guck mal, wie die rumtorkelt! Die säuft jeden Tag, die stinkt schon in der Schule nach Schnaps!
Alina: Wenn sie überhaupt kommt! Die ist ja nie vor der 4. Stunde da.
Vikki: Und bis dahin schläft sie bestimmt in ihrer Kotze, so wie die aussieht, säuft und stinkt.
Christina: (kommt näher): Habt ihr mal…
Alina, Vikki: Hau ab, du stinkst!
2. Szene: Pause in der Schule, 2 (Christina, Ela) lästern über eine (Alina), die einfach nur da steht
Christina: Guck mal da drüben, die Caro, voll die Schlampe!
Ela: Die soll ja letztes Wochenende auf der Party bei Jannick die Sau rausgelassen haben. Die hat da echt mit Alex rumgemacht!
Christina: Nicht nur mit Alex! Als sie mit dem fertig war, hat sie auch noch mit Tom und Jakob rumgemacht! Gleichzeitig!
Ela: Was für ne Schlampe! Die ist sich echt für nichts zu schade. Mit der will ich nichts zu tun haben.
Christina: Komm, wir erzählen gleich mal Anna, was die Caro für ne Schlampe ist!
3. Szene: Zwei (Carina, Vikki)schauen auf eine dritte(Ela), die gerade den Mülleimer durchstöbert und ein bisschen abgerissen aussieht
Vikki: Ist das nicht die Jassi aus der 7?
Carina: Ja, kein Wunder, dass die immer so stinkt, die wühlt im Müll, wie eklig! Und die Klamotten, die die immer an hat. So dreckig und abgerissen.
Vikki: Mit der will ja auch niemand was zu tun haben. Kann ich voll verstehn. Ich auch nicht! (zu C:)Hey, Stinki, mach dich ab, das ist unser Platz!
Milena: Manchmal ist das Leben ganz schön hart. Wir sehen Leute, vielleicht kennen wir sie gar nicht so richtig, und trotzdem: sofort haben wir ein Urteil über sie. Säuft zu viel, Schlampe, stinkt! Und wenn die Erwachsenen ehrlich sind, dann kennen sie das sicher auch. Vielleicht ahnt man ja, dass da auch Hilfe nötig ist. Aber dann traut man sich nicht. Manchmal, weil man Angst hat, angesteckt zu werden. Dann heißt es: „Iih, die gibt sich mit der Schlampe ab, die ist bestimmt such eine!“ oder so ähnlich. Manchmal hat man aber auch Angst davor, dass die Hilfe zu aufwendig oder zu groß ist und man nicht genug Kraft oder Geld dafür hat. Dabei ist meistens weder besonders viel Geld noch etwas besonders schweres nötig. Die gleichen drei Beispiele sehen wir jetzt noch mal ein bisschen anders:
1. Szene:
Alina: Schau dir die da drüben mal an, die ist schon wieder total dicht!
Vikki: Wie eklig! Warum macht man wohl so was?
Alina: Fragen wir doch einfach mal! Hey, Isa, komm mal her! (C kommt langsam rüber)Warum säufst du denn so viel?
Christina: Geht euch gar nichts an!
Vikki: Hast Recht! Aber wir finden es einfach doof, dich jeden Tag besoffen zu sehen und wir denken, dass du Hilfe brauchst!
Christina: Ihr habt ja eh keine Ahnung!
Alina: Stimmt, sonst würden wir dich ja nicht fragen!
Christina: Und wenn ich euch was erzähle, dann erzählt ihr es in der Schule rum und macht euch über mich lustig!
Alina: Ich kann ja verstehen, dass du uns nicht traust. Aber ich kenn da jemanden, der kennt sich aus mit sowas, der ist Jugendarbeiter. Lass uns doch zusammen mal zu dem gehen, dann kannst du mit dem quatschen und musst uns nicht alles erzählen!
2. Szene:
Christina: Guck mal da drüben, die Caro, voll die Schlampe!
Ela: Die soll ja letztes Wochenende auf der Party bei Jannick die Sau rausgelassen haben. Die hat da echt mit Alex rumgemacht!
Christina: Nicht nur mit Alex! Als sie mit dem fertig war, hat sie auch noch mit Tom und Jakob rumgemacht! Gleichzeitig!
Ela: Warst du auch da?
Christina: Ne, das hat der Eddi erzählt.
Ela: Mir auch. Aber sag mal, war der nicht mal mit der Caro zusammen?
Alina: (Ist mittlerweile zu den beiden gekommen) Und, seid ihr wieder am lästern?
Christina: Na, du lässt es ja auch ganz schön krachen! Kaum hast du mit Eddi Schluss gemacht, bist du für alle Jungs da!
Alina: Quatsch! Erstens hat Eddi immer gesoffen und dann angefangen zu schlagen, darauf hatte ich echt keinen Bock mehr. Und dann hat der einfach rumerzählt, dass ich ne Schlampe wäre. Und ihr glaubt dem auch noch!
Ela: Sorry! Ich glaub, das nächste Mal fragen wir lieber direkt!
3. Szene: Zwei schauen auf eine dritte, die gerade den Mülleimer durchstöbert und ein bisschen abgerissen aussieht
Vikki: Ist das nicht die Jassi aus der 7?
Carina: Ja, kein Wunder, dass die immer so stinkt, die wühlt im Müll, wie eklig! Und die Klamotten, die die immer an hat. So dreckig und abgerissen.
Vikki: Mit der will ja auch niemand was zu tun haben. Kann ich voll verstehn.
Carina: Aber der macht das doch bestimmt keinen Spaß! (zu C:)Hey, Jassi, komm mal her! (C rührt sich nicht) Kannst ruhig kommen, wir wollen dich nicht verarschen! C bleibt immer noch stehen, A und B gehen zu ihr Warum wühlst du denn im mülleiner, das kann doch echt keinen Spaß machen!
Ela: Wenn dein Vater alles versaufen würde und deine Mutter so lang schlägt, bis sie ihm auch noch ihr bisschen Haushaltsgeld gibt und wenn deine Mutter wegen der blauen Flecke sich nicht traut, zur Tafel zu gehen und du eine kleine Schwester hättest, die Hunger hat, dann würdest du auch nach dem gucken, was an Essbarem im Müll liegt und nach Pfandflaschen, mit denen du wenigstens deiner Schwester und dir was zu essen kaufen kannst, wenn schon die Alten nichts mehr auf die Reihe kriegen. A und B schauen sie total verständnislos an Da seid ihr platt, was. Für euch bin ich doch nur Stinki.
Vikki: Sorry, wenn wir so was mal gesagt haben, aber wir wussten ja nicht…
Carina: Ach komm, jetzt lass uns nicht so lang schwätzen. Jassi, komm einfach doch mal mit zu mir. Ich hab noch ein paar Sachen von Bench und Hollister, die sind mir zu klein, aber du bist ja kleiner und dann hast du mal was Gescheites zum Anziehen. Und vom Geburtstag hab ich noch so viel Süßes, ich werd total fett, wenn ich das allein ess!
Carina: Wie gesagt, es sind nicht immer die ganz großen und teuren Hilfsangebote, die das Leben für alle besser machen können. Meistens reicht es eigentlich, sich mal zu überwinden und auf andere zu achten und mit ihnen zu reden. Oder mal zu schauen, was man selber alles hat und wovon man abgeben kann. Wir feiern heute Erntedankfest. Und da ist es ganz gut, sich mal zu überlegen, wofür ich eigentlich dankbar sein kann. Jeder einzelne. Niemand wird für alles im Leben dankbar sein. Aber in so ziemlich jedem Leben findet sich ein Grund, dankbar zu sein. Und das zu sehen und damit was zu machen, kann anderen helfen, die im Moment vielleicht keinen Grund sehen, wofür sie dankbar sein können. Wir glauben, dass das was der Prophet Jesaja schon vor langer Zeit geschrieben hat, heute bei uns und für Menschen in unserem Alter vielleicht so aussehen kann. Aber was habe ich davon? Davon erzählt der zweite Teil von dem Predigttext, zu dem danach Pfarrer Kling-Böhm noch etwas sagt:
Ela:8 Dann strahlt euer Glück auf wie die Sonne am Morgen und eure Wunden heilen schnell; eure guten Taten gehen euch voran und meine Herrlichkeit folgt euch als starker Schutz. 9 Dann werdet ihr zu mir rufen und ich werde euch antworten; wenn ihr um Hilfe schreit, werde ich sagen: 'Hier bin ich!'
Wenn ihr aufhört, andere zu unterdrücken, mit dem Finger spöttisch auf sie zu zeigen und schlecht über sie zu reden, 10 wenn ihr den Hungernden zu essen gebt und euch den Notleidenden zuwendet, dann wird eure Dunkelheit hell werden, rings um euch her wird das Licht strahlen wie am Mittag. 11 Ich, der HERR, werde euch immer und überall führen, auch im dürren Land werde ich euch satt machen und euch meine Kraft geben. Ihr werdet wie ein Garten sein, der immer genug Wasser hat, und wie eine Quelle, die niemals versiegt.
Kling-Böhm: Ein tolles Versprechen, das Gott hier gibt: die Welt wird für euch perfekt, wenn ihr nicht egoistisch alles für euch haben wollt, sondern auf die achtet, die in Not sind, die Hilfe brauchen oder die gemobbt, verachtet und niedergemacht werden. Die Welt wird nicht in dem Sinn perfekt, dass es kein Leid mehr geben wird. Bei Jesaja haben wir ja auch gehört, dass es weiter dürres Land gibt und auch Situationen, in denen die, die Gutes tun, um Hilfe rufen. Gott, so erzählt es Jesaja, wird uns kein Schlaraffenland geben, aber die Kraft, in der Welt zu bestehen und die Kraft, wirklich ein gutes Leben zu haben. Für uns selbst und für andere. Zu perfekt? Zu schön, um wahr zu sein? so perfekt sind wir nicht? Nein, sind wir nicht – aber trotzdem gibt es immer wieder Menschen, die sich durch ihr Vertrauen auf Gott nicht irre machen lassen und anderen helfen. Auch im Kleinen. Auch bei uns. Ich denke an Nachbarn, die sich um eine Frau kümmern, die keine Angehörigen hat, auch wenn das nicht immer leicht ist und die dafür sorgen, dass die Frau eine wirklich schöne Beerdigung bekommt. Ich denke an junge Erwachsene, die neben Schule oder Studium noch Zeit haben, mit Jugendlichen, die nicht immer einfach sind, was zu unternehmen. Und vielleicht fallen ihnen ja auch andere Beispiele ein. Alles das lohnt sich nicht in dem Sinn, dass man dadurch viel Geld bekommt oder berühmt wird. Aber Gott gibt Kraft zum Leben, Spaß am Leben und wird das Leben beschützen. Was mir bei Jesaja noch wichtig ist, ist, dass er das nicht nur einzelnen Menschen gesagt hat, sondern einem ganzen Volk, Israel. Die standen kurz vor einem Neuanfang. In der Vergangenheit haben sie einen Krieg verloren und sind fast vernichtet worden, weil die Reichen immer egoistischer und gieriger wurden, weil die Regierung totale Machtphantasien hatte und sich nicht mehr drum kümmerte, wie es den Menschen geht und weil den meisten Gott eigentlich nur noch am Feiertag wichtig war. Menschen in Not sind praktisch hinten runtergefallen. Eine Gesellschaft, ein Staat wird dann funktionieren, wenn die, die Hilfe brauchen, nicht vergessen werden. Eine Lehre für mich aus diesen Worten von Jesaja. Brandaktuell. Im Mittelpunkt die Armen, die Bedürftigen und nicht die Investmentbanken. Und nicht das Streben danach, reicher als andere zu werden. Mischt euch ein, auch in die Politik. Ich bin bei euch. Für mich ist das auch die Botschaft für das Erntedankfest, die von Jesaja ausgeht. Politik ist nur dann ein schmutziges Geschäft, wenn sie denen überlassen wird, die auf dem Rücken der Armen ihre Geschäfte machen. Manchmal sind das aber nicht nur die Großen in Berlin, bei der EU, in den USA oder sonstwo, sondern auch wir. Sind wir bereit, mehr zu bezahlen, damit Arbeiter in Südostasien nicht wie Sklaven zu Hungerlöhnen unsere Kleidung und unsere Schuhe produzieren? sind wir bereit, mehr für Lebensmittel auszugeben, damit die, die sie produzieren, einen fairen Preis bekommen? Die perfekte Welt fängt bei uns an. So perfekt, dass Gott dabei sein will, wenn wir unsere schritte dahin versuchen.
Du lachst, du weinst. Du strahlst, du scheinst
Du kratzt, du beißt, Fastenzeit vorbei
und wie du brennst, wie du wächst, wie du wächst
Alles wird perfekt!
Du lebst – und alles wird perfekt. Schönes Versprechen. Von Gott. Sind wir bereit, das Versprechen ernst zu nehmen und mit dem Leben ernst zu machen?
Text: Jesaja 58,7-11
Milena: Der Predigttext zum Erntedankfest steht in diesem Jahr beim Propheten Jesaja. Ich lese den 7. Vers aus dem 58. Kapitel:
Ladet die Hungernden an euren Tisch, nehmt die Obdachlosen in euer Haus auf, gebt denen, die in Lumpen herumlaufen, etwas zum Anziehen und helft allen in eurem Volk, die Hilfe brauchen!
Praktisch gibt es so etwas nicht nur in großen Städten oder in fremden Ländern. Und das Ganze ist auch nicht nur etwas, was Erwachsene betrifft. Nur leider klappt das im Alltag nicht immer so, wie es in der Bibel steht. An drei Beispielen aus der Welt von Jugendlichen wollen wir Ihnen und euch das zeigen. Zwischen den kurzen Szenen gibt es Musik. „So perfekt“ heißt das Lied. In dem Lied geht es auch darum, dass manche gemobbt werden oder nicht alles können, dass man sich aber nicht irre machen lassen soll und dass man das, was man tut, richtig machen soll, denn nur dann kann die Welt perfekter werden:
1. Szene: 2 Mädels (Alina, Vikki) schauen auf eine dritte (Christina), die gerade Bier trinkt, lästern –
Alina: Boah, schau dir die da drüben mal an, die ist schon wieder total dicht!
Vikki: Wie eklig! Guck mal, wie die rumtorkelt! Die säuft jeden Tag, die stinkt schon in der Schule nach Schnaps!
Alina: Wenn sie überhaupt kommt! Die ist ja nie vor der 4. Stunde da.
Vikki: Und bis dahin schläft sie bestimmt in ihrer Kotze, so wie die aussieht, säuft und stinkt.
Christina: (kommt näher): Habt ihr mal…
Alina, Vikki: Hau ab, du stinkst!
2. Szene: Pause in der Schule, 2 (Christina, Ela) lästern über eine (Alina), die einfach nur da steht
Christina: Guck mal da drüben, die Caro, voll die Schlampe!
Ela: Die soll ja letztes Wochenende auf der Party bei Jannick die Sau rausgelassen haben. Die hat da echt mit Alex rumgemacht!
Christina: Nicht nur mit Alex! Als sie mit dem fertig war, hat sie auch noch mit Tom und Jakob rumgemacht! Gleichzeitig!
Ela: Was für ne Schlampe! Die ist sich echt für nichts zu schade. Mit der will ich nichts zu tun haben.
Christina: Komm, wir erzählen gleich mal Anna, was die Caro für ne Schlampe ist!
3. Szene: Zwei (Carina, Vikki)schauen auf eine dritte(Ela), die gerade den Mülleimer durchstöbert und ein bisschen abgerissen aussieht
Vikki: Ist das nicht die Jassi aus der 7?
Carina: Ja, kein Wunder, dass die immer so stinkt, die wühlt im Müll, wie eklig! Und die Klamotten, die die immer an hat. So dreckig und abgerissen.
Vikki: Mit der will ja auch niemand was zu tun haben. Kann ich voll verstehn. Ich auch nicht! (zu C:)Hey, Stinki, mach dich ab, das ist unser Platz!
Milena: Manchmal ist das Leben ganz schön hart. Wir sehen Leute, vielleicht kennen wir sie gar nicht so richtig, und trotzdem: sofort haben wir ein Urteil über sie. Säuft zu viel, Schlampe, stinkt! Und wenn die Erwachsenen ehrlich sind, dann kennen sie das sicher auch. Vielleicht ahnt man ja, dass da auch Hilfe nötig ist. Aber dann traut man sich nicht. Manchmal, weil man Angst hat, angesteckt zu werden. Dann heißt es: „Iih, die gibt sich mit der Schlampe ab, die ist bestimmt such eine!“ oder so ähnlich. Manchmal hat man aber auch Angst davor, dass die Hilfe zu aufwendig oder zu groß ist und man nicht genug Kraft oder Geld dafür hat. Dabei ist meistens weder besonders viel Geld noch etwas besonders schweres nötig. Die gleichen drei Beispiele sehen wir jetzt noch mal ein bisschen anders:
1. Szene:
Alina: Schau dir die da drüben mal an, die ist schon wieder total dicht!
Vikki: Wie eklig! Warum macht man wohl so was?
Alina: Fragen wir doch einfach mal! Hey, Isa, komm mal her! (C kommt langsam rüber)Warum säufst du denn so viel?
Christina: Geht euch gar nichts an!
Vikki: Hast Recht! Aber wir finden es einfach doof, dich jeden Tag besoffen zu sehen und wir denken, dass du Hilfe brauchst!
Christina: Ihr habt ja eh keine Ahnung!
Alina: Stimmt, sonst würden wir dich ja nicht fragen!
Christina: Und wenn ich euch was erzähle, dann erzählt ihr es in der Schule rum und macht euch über mich lustig!
Alina: Ich kann ja verstehen, dass du uns nicht traust. Aber ich kenn da jemanden, der kennt sich aus mit sowas, der ist Jugendarbeiter. Lass uns doch zusammen mal zu dem gehen, dann kannst du mit dem quatschen und musst uns nicht alles erzählen!
2. Szene:
Christina: Guck mal da drüben, die Caro, voll die Schlampe!
Ela: Die soll ja letztes Wochenende auf der Party bei Jannick die Sau rausgelassen haben. Die hat da echt mit Alex rumgemacht!
Christina: Nicht nur mit Alex! Als sie mit dem fertig war, hat sie auch noch mit Tom und Jakob rumgemacht! Gleichzeitig!
Ela: Warst du auch da?
Christina: Ne, das hat der Eddi erzählt.
Ela: Mir auch. Aber sag mal, war der nicht mal mit der Caro zusammen?
Alina: (Ist mittlerweile zu den beiden gekommen) Und, seid ihr wieder am lästern?
Christina: Na, du lässt es ja auch ganz schön krachen! Kaum hast du mit Eddi Schluss gemacht, bist du für alle Jungs da!
Alina: Quatsch! Erstens hat Eddi immer gesoffen und dann angefangen zu schlagen, darauf hatte ich echt keinen Bock mehr. Und dann hat der einfach rumerzählt, dass ich ne Schlampe wäre. Und ihr glaubt dem auch noch!
Ela: Sorry! Ich glaub, das nächste Mal fragen wir lieber direkt!
3. Szene: Zwei schauen auf eine dritte, die gerade den Mülleimer durchstöbert und ein bisschen abgerissen aussieht
Vikki: Ist das nicht die Jassi aus der 7?
Carina: Ja, kein Wunder, dass die immer so stinkt, die wühlt im Müll, wie eklig! Und die Klamotten, die die immer an hat. So dreckig und abgerissen.
Vikki: Mit der will ja auch niemand was zu tun haben. Kann ich voll verstehn.
Carina: Aber der macht das doch bestimmt keinen Spaß! (zu C:)Hey, Jassi, komm mal her! (C rührt sich nicht) Kannst ruhig kommen, wir wollen dich nicht verarschen! C bleibt immer noch stehen, A und B gehen zu ihr Warum wühlst du denn im mülleiner, das kann doch echt keinen Spaß machen!
Ela: Wenn dein Vater alles versaufen würde und deine Mutter so lang schlägt, bis sie ihm auch noch ihr bisschen Haushaltsgeld gibt und wenn deine Mutter wegen der blauen Flecke sich nicht traut, zur Tafel zu gehen und du eine kleine Schwester hättest, die Hunger hat, dann würdest du auch nach dem gucken, was an Essbarem im Müll liegt und nach Pfandflaschen, mit denen du wenigstens deiner Schwester und dir was zu essen kaufen kannst, wenn schon die Alten nichts mehr auf die Reihe kriegen. A und B schauen sie total verständnislos an Da seid ihr platt, was. Für euch bin ich doch nur Stinki.
Vikki: Sorry, wenn wir so was mal gesagt haben, aber wir wussten ja nicht…
Carina: Ach komm, jetzt lass uns nicht so lang schwätzen. Jassi, komm einfach doch mal mit zu mir. Ich hab noch ein paar Sachen von Bench und Hollister, die sind mir zu klein, aber du bist ja kleiner und dann hast du mal was Gescheites zum Anziehen. Und vom Geburtstag hab ich noch so viel Süßes, ich werd total fett, wenn ich das allein ess!
Carina: Wie gesagt, es sind nicht immer die ganz großen und teuren Hilfsangebote, die das Leben für alle besser machen können. Meistens reicht es eigentlich, sich mal zu überwinden und auf andere zu achten und mit ihnen zu reden. Oder mal zu schauen, was man selber alles hat und wovon man abgeben kann. Wir feiern heute Erntedankfest. Und da ist es ganz gut, sich mal zu überlegen, wofür ich eigentlich dankbar sein kann. Jeder einzelne. Niemand wird für alles im Leben dankbar sein. Aber in so ziemlich jedem Leben findet sich ein Grund, dankbar zu sein. Und das zu sehen und damit was zu machen, kann anderen helfen, die im Moment vielleicht keinen Grund sehen, wofür sie dankbar sein können. Wir glauben, dass das was der Prophet Jesaja schon vor langer Zeit geschrieben hat, heute bei uns und für Menschen in unserem Alter vielleicht so aussehen kann. Aber was habe ich davon? Davon erzählt der zweite Teil von dem Predigttext, zu dem danach Pfarrer Kling-Böhm noch etwas sagt:
Ela:8 Dann strahlt euer Glück auf wie die Sonne am Morgen und eure Wunden heilen schnell; eure guten Taten gehen euch voran und meine Herrlichkeit folgt euch als starker Schutz. 9 Dann werdet ihr zu mir rufen und ich werde euch antworten; wenn ihr um Hilfe schreit, werde ich sagen: 'Hier bin ich!'
Wenn ihr aufhört, andere zu unterdrücken, mit dem Finger spöttisch auf sie zu zeigen und schlecht über sie zu reden, 10 wenn ihr den Hungernden zu essen gebt und euch den Notleidenden zuwendet, dann wird eure Dunkelheit hell werden, rings um euch her wird das Licht strahlen wie am Mittag. 11 Ich, der HERR, werde euch immer und überall führen, auch im dürren Land werde ich euch satt machen und euch meine Kraft geben. Ihr werdet wie ein Garten sein, der immer genug Wasser hat, und wie eine Quelle, die niemals versiegt.
Kling-Böhm: Ein tolles Versprechen, das Gott hier gibt: die Welt wird für euch perfekt, wenn ihr nicht egoistisch alles für euch haben wollt, sondern auf die achtet, die in Not sind, die Hilfe brauchen oder die gemobbt, verachtet und niedergemacht werden. Die Welt wird nicht in dem Sinn perfekt, dass es kein Leid mehr geben wird. Bei Jesaja haben wir ja auch gehört, dass es weiter dürres Land gibt und auch Situationen, in denen die, die Gutes tun, um Hilfe rufen. Gott, so erzählt es Jesaja, wird uns kein Schlaraffenland geben, aber die Kraft, in der Welt zu bestehen und die Kraft, wirklich ein gutes Leben zu haben. Für uns selbst und für andere. Zu perfekt? Zu schön, um wahr zu sein? so perfekt sind wir nicht? Nein, sind wir nicht – aber trotzdem gibt es immer wieder Menschen, die sich durch ihr Vertrauen auf Gott nicht irre machen lassen und anderen helfen. Auch im Kleinen. Auch bei uns. Ich denke an Nachbarn, die sich um eine Frau kümmern, die keine Angehörigen hat, auch wenn das nicht immer leicht ist und die dafür sorgen, dass die Frau eine wirklich schöne Beerdigung bekommt. Ich denke an junge Erwachsene, die neben Schule oder Studium noch Zeit haben, mit Jugendlichen, die nicht immer einfach sind, was zu unternehmen. Und vielleicht fallen ihnen ja auch andere Beispiele ein. Alles das lohnt sich nicht in dem Sinn, dass man dadurch viel Geld bekommt oder berühmt wird. Aber Gott gibt Kraft zum Leben, Spaß am Leben und wird das Leben beschützen. Was mir bei Jesaja noch wichtig ist, ist, dass er das nicht nur einzelnen Menschen gesagt hat, sondern einem ganzen Volk, Israel. Die standen kurz vor einem Neuanfang. In der Vergangenheit haben sie einen Krieg verloren und sind fast vernichtet worden, weil die Reichen immer egoistischer und gieriger wurden, weil die Regierung totale Machtphantasien hatte und sich nicht mehr drum kümmerte, wie es den Menschen geht und weil den meisten Gott eigentlich nur noch am Feiertag wichtig war. Menschen in Not sind praktisch hinten runtergefallen. Eine Gesellschaft, ein Staat wird dann funktionieren, wenn die, die Hilfe brauchen, nicht vergessen werden. Eine Lehre für mich aus diesen Worten von Jesaja. Brandaktuell. Im Mittelpunkt die Armen, die Bedürftigen und nicht die Investmentbanken. Und nicht das Streben danach, reicher als andere zu werden. Mischt euch ein, auch in die Politik. Ich bin bei euch. Für mich ist das auch die Botschaft für das Erntedankfest, die von Jesaja ausgeht. Politik ist nur dann ein schmutziges Geschäft, wenn sie denen überlassen wird, die auf dem Rücken der Armen ihre Geschäfte machen. Manchmal sind das aber nicht nur die Großen in Berlin, bei der EU, in den USA oder sonstwo, sondern auch wir. Sind wir bereit, mehr zu bezahlen, damit Arbeiter in Südostasien nicht wie Sklaven zu Hungerlöhnen unsere Kleidung und unsere Schuhe produzieren? sind wir bereit, mehr für Lebensmittel auszugeben, damit die, die sie produzieren, einen fairen Preis bekommen? Die perfekte Welt fängt bei uns an. So perfekt, dass Gott dabei sein will, wenn wir unsere schritte dahin versuchen.
Du lachst, du weinst. Du strahlst, du scheinst
Du kratzt, du beißt, Fastenzeit vorbei
und wie du brennst, wie du wächst, wie du wächst
Alles wird perfekt!
Du lebst – und alles wird perfekt. Schönes Versprechen. Von Gott. Sind wir bereit, das Versprechen ernst zu nehmen und mit dem Leben ernst zu machen?
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Erntedankfest,
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Konfirmanden,
Reihe III
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