Ahad, 29 Mei 2011

Bet' richtig! - Rogate, 29.05.2011, Reihe III

Text: Lukas 11,5-13
Liebe Gemeinde!


Kann man Beten eigentlich lernen? Gibt es so etwas wie die richtigen Worte oder die richtige Technik, die Erfolg versprechen? Manchmal frage ich mich, ob ich nicht genau das, nämlich dass es bestimmte Worte oder bestimmte Techniken gibt, Konfirmanden, Schülern und anderen vermittele. Da müssen Konfirmanden seit Jahrhunderten das „Vaterunser“ auswendig lernen, da gehören Ruhe, gefaltete Hände oder wenigstens eine konzentrierte Körperhaltung zum Gebet. Oder bestimmte schöne oder wenigstens kluge Worte, die sich begabte Beter ausgedacht und in Büchern und Heften veröffentlicht haben. Ja, so geht Beten. Gute Worte, konzentrierte Stimmung, am besten an jemandem orientiert, von dem ich denke: der oder die kann es. Beten als eine Art Handwerk, eine Kunst, an der man den richtigen Christen erkennt. Erlernbar und anzuwenden. Aber ein Gebet ist doch mehr als eine bloße, technische Angelegenheit, richtig anzuwenden, die ich jeden Morgen oder jeden Abend oder bei jedem Essen oder sonntags in der Kirche ableiste. Wenigstens dann, wenn ich ernst nehme, was Jesus den Menschen, die ihm zugehört haben, erzählt. Ein Gebet hat immer auch etwas damit zu tun,
dass ich sagen kann, was ich jetzt wirklich brauche, dass ich mich traue, ehrlich zu sein, unabhängig von passenden Zeiten und passenden Orten einfach mal wage, das zu sagen, was mir auf dem Herzen liegt. Not lehrt beten, so lautet ein altes Sprichwort. Ist das also das richtige Beten, aus der Not heraus, gerade so, wie es mir einfällt, und alles andere wäre falsch? Ich glaube nicht, dass Jesus so etwas den Menschen sagen wollte. Ich glaube nicht, dass er die verschiedenen Möglichkeiten zu beten gegeneinander ausspielen wollte. Ich glaube, dass Jesus einfach Mut machen wollte, es mit dem Beten zu versuchen. Trotz aller Müdigkeit und gegen alle Müdigkeit, die sich beim Beten auch einstellen kann.

Es gibt ja einiges, was einen beim Beten auch müde ma-chen kann. Einmal die Erfahrung: „Ich würde gern be-ten, aber irgendwie kann ich’s nicht – mir fehlen die Worte, die Gelegenheit, ich trau mich nicht so recht, weil ich’s noch nie gemacht habe oder selten mache, weil mein Anliegen zu klein oder zu groß ist oder was auch immer da sein kann.“ Dann die Müdigkeit, die entsteht, weil ich merke, dass ich mich beim Beten gar nicht so recht konzentriere: Ich will was sagen, aber schon sind viele andere Gedanken da. Und natürlich auch die Mü-digkeit, dass ich das Gefühl habe, dass Beten ja doch nichts ändert und auch sinnvolle Bitten nicht erhört wer-den. Das, was Jesus hier sagt, was Lukas uns überliefert, ist so eine Art Red Bull oder „Hallo-wach-Kaffee“ gegen die Gebetsmüdigkeit.

Da ist einmal die Geschichte, die Jesus von dem Freund erzählt, der um Mitternacht vorbei kommt, einen aus dem Schlaf reißt und um Lebensmittel bittet, weil er für einen Freund auf der Durchreise nichts mehr da hat. Be-ten, das erzählt Jesus mit diesem Gleichnis, ist wie Re-den mit einem Freund. Da brauche ich keinen großen Wert auf die richtigen Etikette und die passenden Zeiten und Worte zu legen, da kann ich überfallartig kommen, laut werden, sagen, was dran ist. Die Freundschaft ist belastbar. Die hält auch Unverschämtheiten und außergewöhnliche Zeiten und Bitten aus. Wenn ich an mich denke, dann hätte ich schon Bedenken, wegen einer Kleinigkeit Freunde aus dem Schlaf zu klingeln. Ich würde denken, dass die vielleicht sauer wären – und wahrscheinlich wäre ich im ersten Moment auch nicht wirklich freundlich, wenn mich jemand aus dem Tiefschlaf reißt. Macht euch keine Gedanken, ob ihr Gott auf die Nerven geht, sondern legt einfach los, sagt Jesus allen, die es mit dem Beten versuchen wollen. Bei dem, was der laute und vielleicht auch etwas unverschämte Freund will, geht es vor allem darum geht, dass er seine mitmenschlichen Pflichten erfüllen kann und dass er sich einem anderen gegenüber als Freund erweisen kann. Ich weiß nicht, ob die Beobachtung wirklich wichtig ist, aber sie fällt mir auf. Es ist keine egoistische Bitte. Das Brot braucht er nicht für sich und nicht, weil er vergessen hat, einzukaufen oder zu viel Geld für Bier ausgegeben hat. Vielleicht steckt in diesem Gleichnis ja auch so etwas wie ein Grundgebet: „Hilf mir, Mitmensch sein zu können!“ Ich will jetzt gar nicht die Bitten für eigene Notlagen abwerten, aber vielleicht ist es ja tatsächlich so, dass ich mich in Beziehung zu den Menschen besser wahrnehmen kann, wenn ich mich zu Gott in Beziehung setze.



Und dann sagt Jesus etwas, das seit dieser Zeit viele Hoffnungen geweckt und vielleicht auch viele Hoffnungen enttäuscht hat. Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. Jesus verspricht, das Beten etwas bewirkt. Wer betet empfängt, findet Antworten, dem öffnen sich Türen. Aber entspricht das dem Alltag? Im Alltag erlebe ich doch häufig, dass nicht jede Bitte, und sei sie auch noch so wenig egoistisch und noch so gut gemeint, sich erfüllt. Da suche ich nach Wegen und die Wege werden trotz Gebet nicht sichtbar. Da bleiben Türen verschlossen, die ich doch so dringend offen gebraucht hätte. Menschen, auch ich, machen diese Erfahrungen immer wieder. Auch ich selbst. Aber vielleicht kann ich diese Aussage Jesus viel besser verstehen, wenn ich nicht davon ausgehe, dass ich genau das finden werde, was ich glaube, finden zu wollen. Und ich muss vielleicht nicht das bekommen, von dem ich denke, dass es gut und richtig ist. Der Mut, Gott anzusprechen und ihm mein Leben – und auch meine Nöte, meine Zweifel – zu öffnen, das führt zu Veränderungen. Aber die sehen vielleicht ganz anders aus, als ich es erwarte. Wer da bittet, der empfängt – vielleicht nicht das, was er haben wollte, sondern etwas, das ihn weiterbringt. Wenn wir unsere Ohren, Herzen, Seelen öffnen und nicht glauben, mit unserem Willen Gott steuern zu können, dann können wir vielleicht wirklich etwas finden. Gott ist nicht unsere Wunscherfüllmaschine. Wir empfangen etwas, allein dadurch, dass wir uns trauen, mit Gott zu reden. Wir empfangen lebendige Beziehungen, die Leben verändern. Wer da bittet, der empfängt – wer sich wirk-lich in eine Beziehung begibt, der geht verändert weiter ins Leben. Das ist doch schon bei Menschen so. Wenn ich mich wirklich auf einen Menschen einlasse und ihn nicht nach meinem Willen formen will oder nur das se-hen will, was ich erwarte, dann bereichert und verändert mich diese Beziehung, diese Freundschaft, diese Liebe. Und so ist das auch mit der Beziehung zu Gott im Gebet. Gebet verändert Leben, Gebet macht lebendig, weil ich mich darauf einlasse, dass ich mein Leben nicht in der Hand habe, weil ich in Beziehung trete. Ich gehe verändert hinaus. Vielleicht anders, als ich dachte, aber reicher, beschenkter, wenn ich meine Vorstellungen mal nach hinten stelle und mich auf das einlasse, was in dieser Beziehung geschieht.

Gebet eröffnet Lebensmöglichkeiten, das macht Jesus am Ende dieser Episode deutlich. Jesus macht klar, dass selbst böse Menschen in aller Regel ihren Kindern nicht schaden wollen, ihnen keine Schlage statt eines Fisches oder keinen Skorpion statt eines Eis geben. Natürlich fallen jedem von uns Gegenbeispiele ein, Missbrauch von Kindern, Vernachlässigung, wo Eltern Kindern die Lebensmöglichkeiten rauben. Aber Gott sei Dank sind das die Ausnahmen. Auch Menschen, die zu bösem fähig sind, geben Kindern, was sie zum Leben brauchen. Und Jesus sagt deshalb, dass Gott, der doch das absolut Gute und die absolute Güte ist, deshalb umso mehr seinen Kindern, den Menschen, das Lebensnotwendige gibt. Spannend ist, was Jesus als Erfüllung aller Gebetswünsche, als Geschenk für das Leben dann in Aussicht stellt: den Heiligen Geist. Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten! Jetzt ist vielleichtmancher enttäuscht, weil er sich viel Geld oder ewige Gesundheit oder etwas materiell Greifbares erhofft hätte. Aber hier sind wir wieder bei unseren Wunschträumen und dem guten Leben. Gott schenkt den Heiligen Geist: die Kraft, in dieser Welt zu leben und die Liebe nicht zu verlieren. Die Kraft, auch in schwierigen Situationen durchzuhalten. Die Kraft, zu glauben, zu hoffen, zu lie-ben. Die Kraft, als Mitmensch zu leben. Mit Menschen. Mit Gott. Die Grundlage für gutes Leben. Den Beginn des Reiches Gott. Im Gebet eröffnen sich Möglichkeiten zum Leben. Gott schenkt sie uns. Aber er nimmt uns nicht ab, aus diesen Möglichkeiten etwas zu machen.

Amen.

Ahad, 8 Mei 2011

Entspannt Leben - gechillter bleiben - Konfirmation 2011, 08.05.2011

Konfis 2011, Gruppe 2 (Foto: UKB)
Text: 1. Petrus 5,7


All eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch!

Liege rausholen, aufbauen, Talar ausziehen, entspannt hinlegen, nach Drink rufen, Moderation…



Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Gemeinde!

Konfis 2011, Gruppe 1 (Foto: UKB)
So entspannt wäre ich heute gern! Einfach rumliegen, keine Sorgen mehr! Keine Sorge, dass die Predigt heute zu lang wird, wie Doreen oder Vanessa es befürchten, oder zu langweilig, wie vielleicht manche anderen befürchten. Keine Sorgen, ob wir in Konfer alles richtig gemacht haben. Keine Sorgen mehr, das vielleicht niemand mehr nach Konfer mit Kirche was zu tun haben will. Keine Sorgen, dass vielleicht mancher Lebensweg von euch Konfis nicht so toll läuft. Keine von den anderen Sorgen, die heute Morgen vielleicht da sind. Einfach entspannt chillen! Aber wie werde ich die Gedanken, die Sorgen, die sich immer in meinen Kopf schleichen, los?

Ganz früher, ich glaube sogar, noch bevor ich selbst geboren wurde, gab es mal ein Lied, das hieß: „Schütt die Sorgen in ein Gläschen Wein“. Aber das funktioniert nicht. Weder mit Wein noch mit Bier oder Wodka. Weder mit einem Gläschen noch mit ein oder zwei Fläschchen. Man denkt zwar vielleicht einen Moment, dass es hilft, aber je mehr man das versucht, desto mehr melden sich die Sorgen wieder und sie werden größer.

Entspannt chillen und entspannt leben, Sorgen loswer-den, das muss irgendwie anders gehen. Aber wie? Im Alltag funktioniert das oft ganz passabel mit anderen Menschen. Als kleines Kind sind es meistens die Eltern, die dann herhalten und denen man zumindest fast alles erzählt. Als Jugendliche oder Jugendlicher sind das öfter dann wahrscheinlich Gleichaltrige, manchmal vielleicht auch Geschwister oder hin und wieder vielleicht auch mal jemand anderes aus der Erwachsenenwelt, bei dem an sorgen loswird. Aber ganz so einfach wie früher ist das nicht. Ich glaube mal, dass man sich als Jugendlicher ganz genau überlegt, wem man was erzählt. Klar, die El-tern sollen und müssen vielleicht auch nicht immer alles wissen, selbst der Lehrer, zu dem man ganz viel Vertrau-en hat, bleibt am Ende doch jemand, der einem Noten gibt und bei Freunden ist das auch so eine Sache. Man vertraut nicht jedem alles an. Wer weiß, vielleicht wird doch was weitererzählt oder das Image stimmt nicht mehr, wenn Schwächen zugegeben werden. Ich war sehr positiv überrascht, wie offen und ehrlich manche von den Konfis mit den Mitarbeitern und manchmal auch mit mir über ihre Sorgen gesprochen haben. Ein unglaublich großer Vertrauensbeweis ist das. Aber trotzdem:

Auch das hatte seine Grenzen. Und wie ist das mit Erwachsenen, zum Beispiel mit den Eltern, die sich Sorgen machen. Über die Schulausbildung der Kinder, über die Freunde, mit denen sie vielleicht nicht immer einverstanden sind, darüber, dass die Kinder schwer krank werden könnten oder ihnen vielleicht etwas anderes Schlimmes zustößt? Wo werden die ihre Sorgen los? Bei Partnerin oder Partner, bei Freunden? Wo werden Mitarbeiter, Lehrer, Pfarrer Sorgen los? Bleibt am Ende doch nur das Gläschen Wein, auch wenn es nicht funktioniert? Ich möchte Euch und ihnen und uns Mut machen, es anders zu versuchen. Gerade dann, wenn die Möglichkeiten, Sorgen bei Menschen loszuwerden, an ihre Grenzen stoßen. Und deshalb habe ich als Motto für den Konfirmationsgottesdienst einen Vers aus dem 1. Petrusbrief ausgesucht: Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch!

Für mich drückt sich in diesem Vers eigentlich das aus, was Konfer sein soll. Auch wenn es nicht ganz ohne Auswendiglernen und ohne Regeln geht, das Wesentliche ist was anderes: eine Einladung. Die Einladung, Gott zuzutrauen, dass seine Liebe Leben heilen und verändern kann. Die Einladung, dass Jesus jedem helfen will, die Sorgen, die man durchs Leben schleppt, mitzutragen und möglichst auch loszuwerden. Die Einladung, es mit dem Glauben und der Liebe wirklich zu probieren und nicht nur von Glauben und Liebe zu reden. Konfer ist keine Leistung, die man nachprüfen kann, die mit Geld belohnt wird, auch wenn ich jedem von euch gönne, dass ihr hoffentlich viele Geschenke bekommt. Konfer ist für mich die Einladung, entspannter, gechillter zu leben. Weil ich in dem Jahr und vor allem hoffentlich durch die Menschen, denen ich da begegne, für mein eigenes Leben annehmen kann, dass da einer ist, Jesus, der mir helfen will und dem ich auch das anvertrauen kann, was ich sonst bei niemandem, vielleicht noch nicht mal bei den abffls, loswerde. Das ist wirklich eine echte Einladung. Als Pfarrer und auch als Mitarbeiter kann man niemanden zwingen, Gott zu vertrauen. Und Gott selbst zwingt auch niemanden, ihn zu lieben und an ihn zu glau-ben. Er lädt ein. Ich geh mal davon aus, dass ihr es ernst meint, wenn ihr gleich sagt, dass ihr die Einladung an-nehmen wollt. Kontrollieren kann ich es aber nicht. Will ich auch nicht. Manchmal ist es ja so wie sonst im Leben: da kommt einem im letzten Moment was dazwischen, da drängeln sich andere Sachen nach vorne und man ver-schwitzt die Einladung total. Aber anders als bei Men-schen, die dann sauer werden, hält Gott seine Einladung offen: Du darfst auch später wieder zu mir kommen. Ich werde dich nicht rauswerfen, du bist mir willkommen. Bei mir kannst du entspannen, bei mir kannst du loswer-den, was dir sonst das Leben schwer macht.

Und vielleicht ist Konfer ja auch eine Einladung an die Eltern, Paten, Großeltern, es mit dieser Einladung mal zu versuchen. Als Erwachsener tut es doch auch gut zu wis-sen, dass ich mit meinen Sorgen nicht allein gelassen werde. Dass einer da ist, dem auch an meinem Kind liegt – gerade auch dann, wenn ich mich vielleicht schwer da-mit tue, es zu verstehen oder wenn die eigenen Sorgen so groß sind, dass da gar nicht so viel Platz für die Sorgen des Kindes ist, wie man es gern hätte. Und der ist nicht nur für mein Kind da, sondern auch für mich. Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch: eine Einla-dung an Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Wie das funktioniert? Ich denke, erst einmal ganz normal: indem ich anfange, ihm, Jesus, das zu sagen, was mir auf dem Herzen liegt. Zum Beten brauche ich keine Kirche und ich muss die Hände nicht falten. Das kann alles sein, das kann helfen, sich zu konzentrieren, muss aber nicht. Und das tolle: er hört auch zu, wenn ich jahrelang nicht mit ihm gesprochen habe. Gott ist nicht beleidigt und macht keine Vorwürfe, sondern er freut sich über jeden, der mit ihm spricht. Jesus erzählt das immer wieder. Zugegeben, einen Haken hat die Sache: Er sorgt für euch ist nicht so gemeint, dass wir nichts mehr tun müssten. Dietrich Bonhoeffer, ein Pfarrer, der von den Nazis umgebracht wurde, hat mal gesagt: Gott erfüllt nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen. Wir glauben manchmal, dass Jesus uns nicht hilft, dass Gott nicht da ist, weil wir unsere Wünsche mit dem verwechseln, was Gott für unser Leben will. Ich glaube, dass Gottes Pläne viel langfristiger sind als dass, was wir Menschen denken. Und weil wir nicht alles JETZT! SOFORT! GLEICH! kriegen, denken, wir, er wäre gar nicht da. Vertrauen und Geduld gehören dazu, wenn ich Gott meine Sorgen mittragen lasse. Und was noch dazugehört, das ist der Mut, die eigenen Kräfte zu entdecken und zu gebrauchen. Gottes Liebe lässt uns le-ben, aber sie nimmt uns unser Leben nicht ab. Manchmal, glaube ich wenigstens, sorgt Gott so für uns, dass er uns die Kraft gibt, für uns und für andere selbst zu sorgen und das zu sehen, was wir selbst tun können.

Ich wünsche euch, den Konfis, dass ihr euren Weg mit dem gehen könnt, der euch und euer Leben wirklich weiterbringen will: mit Jesus, Gottes Liebe, der uns die Kraft gibt, vor dem Leben nicht wegzulaufen, sondern miteinander zu leben. Nicht immer ganz ohne Sorgen, aber so, dass wir die Sorgen tragen können. Mit unserer Kraft, durch seine Hilfe, mit den Menschen, die Teil unseres Lebens sind. Und ich wünsche uns Erwachsenen, Eltern, Paten, Großeltern, Pfarrer, Mitarbeiter, Gemeinde, dass wir die Kraft haben, euch weiter auf eurem Weg so zu begleiten, dass euch das nicht fesselt, sondern weiterbringt, dass wir aber auch unsere eigenen Wege gut im Vertrauen auf Gottes Liebe gehen können und nicht bloß davon reden, sondern es praktisch vorleben.

Und ich wünsche mir und uns, dass das ganze Reden von den sorgen nicht zu viel war und manche runtergezogen hat, sondern dass ich – und hoffentlich ihr alle – in Zu-kunft entspannter, gechillter leben kann. Mich zurückleh-nen kann, Leben genießen kann, weil einer da ist, der mir das Leben gönnt und mir helfen will, wirklich gut zu le-ben. Amen. Wieder hinlegen, auf das nächste Lied warten